
Liebe Mitglieder der Pfarrgemeinde am Dom von St. Nikolaus,
mit einem herzlichen „Grüß Gott“ wende ich mich heute an Sie. Ab September 2026 darf ich in Feldkirch tätig sein und so an dieser Stelle ein wenig von mir erzählen. Und vielleicht ist einiges davon gemeinsame Erinnerung.
Denn meine Vorarlberger Wurzeln sind in der Dompfarre. Hier wurde ich schon während des Studiums von einer lebendigen Pfarrgemeinde herzlich aufgenommen. Der damalige Dompfarrer Msgr. Rudolf Bischof wurde nicht nur in pastoraler Hinsicht mein Lehrmeister.
Lehrjahre
Nach der Weihe im Dom im Juni 2000 folgten Lehrjahre in verschieden Pfarren im Ländle. So durfte ich im Großen und im Kleinen Walsertal sowie in Fraxern als Aushilfe tätig sein. In Satteins begegnete ich den Fresken des Vorarlberger Künstlers Martin Häusle, dessen Domfenster mich schon zuvor beeindruckt hatten.
Nach nur einem Jahr als Kaplan wurde ich 2004 zunächst Pfarrer von St. Karl in Hohenems. In dieser Zeit konnte ich erleben, wie viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren und das Pfarrleben mittragen. Das Ehrenamt ist der Sauerstoff des Pfarrlebens. Die Zahl wuchs, als der Seelsorgeraum Hohenems gemeinsam mit der Pfarre St. Konrad ins Leben gerufen wurde.
Getragen
An all diesen Orten wurde Kirche als Gemeinschaft und Miteinander erlebbar. Dabei werden wir alle getragen von den Betenden. Menschen, die beten, leben ihren Glauben und stärken dadurch andere, auch den Pfarrer. Aus dieser Kraftquelle wird dann der Pfarralltag mit seinen Themen und Entscheidungen von der Taufe bis zur Beerdigung möglich.
Die Tätigkeit am Dom ist eine große und schöne Aufgabe, mit der auch ein Vertrauensbeweis verbunden ist. Da macht sich dann neben der Vorfreude auch die Demut bemerkbar... Zugleich haben mich die Jahrzehnte im Ländle gelehrt, dass sich immer wieder helfende Hände finden. Dies stimmt mich zuversichtlich für die Zukunft. Jetzt schon danke ich Ihnen für Ihre Unterstützung, ob es nun darum geht, gemeinsam zu handeln oder gemeinsam zu überlegen.
Die Bibel berichtet von großen Taten, aber auch von Menschen, die im Vertrauen auf Gott warten konnten. Vereinfacht gesagt: Abwarten und Tee trinken kann auch ein Zeichen des Gottvertrauens sein.
So freue ich mich auf ein Wiedersehen bzw. Kennenlernen und grüße Sie einstweilen sehr herzlich,
Thomas Heilbrun