
Bachs Johannespassion in den Feldkircher Dom zu bringen, war ein lange gehegter Wunsch von Domkapellmeister Benjamin Lack. Die Johannespassion ist für ihn nicht nur „eines der bedeutendsten Werke der geistlichen Chormusik“, sondern auch „ein spirituelles Erlebnis.“
Benjamin Lack konnte mit dem Barockorchester Concerto Stella Matutina wahre Experten auf dem Gebiet für dieses Projekt gewinnen: die Musikerinnen und Musiker geben seit über 20 Jahren Konzerte mit Barockmusik in der Region und weit darüber hinaus. Bekannt ist das Orchester sicher vielen durch seine eigene Konzertreihe AmBach, wo es dem Publikum vor allem viele neu- oder wiederentdeckte barocke Werke abseits des Mainstreams näherbringt.
Die Capella St. Nikolaus singt bei diesem Konzert in etwas größerer Besetzung, um die Choräle mit entsprechender Klangfülle umsetzten zu können. In intensiver Probearbeit bereiten sich die Sängerinnen und Sänger an mehreren Wochenenden auf das herausfordernde Werk vor.
Als Solisten wirken Nik Kevin Koch (Tenor) als Evangelist, Christian Feichtmair (Bass) als Jesus, Irma Klaffenbach-Mihelic (Sopran), Lea Müller (Alt) und David Höfel (Bass-Bariton) mit.
Bachs Johannespassion ist ein mitreißendes Werk mit einer starken Dramatik, welches die Zuhörer auf mehreren Ebenen zu bewegen vermag, denn die „Musik drückt nicht nur äußeren Schmerz aus, sondern spiegelt auch die inneren Konflikte und die geistige Dimension des Leidens Christi wider“ (Lack).
Webers Jubelmesse
Den Gottesdienst am Ostersonntag umrahmt der Domchor mit der Missa sancta No. 2 von Carl Maria von Weber. Weber schrieb die sogenannte „Jubelmesse“ im Jahre 1819 anlässlich der Goldenen Hochzeit des Sächsischen Königspaares Friedrich August I und Marie Amalie Auguste, seiner Dienstgeber am Dresdner Hof. Der feierliche und fröhliche Charakter dieses Werkes macht es für festliche Gottesdienste besonders passend. Weber, dessen Todestag sich heuer zum 200. Mal jährt, ist vor allem für seine Opern berühmt, besonders für den Freischütz.
Pfingsten
Zum Pfingstfest gibst es erneut Barockmusik zu hören. Die Capella St. Nikolaus gestaltet den Gottesdienst mit der Missa Sancti Henrici von Heinrich Ignaz Franz Biber. Biber war ein großer Virtuose an der Violine und ist heute zum Beispiel durch seine Rosenkranz Sonaten bekannt. Da er Kapellmeister am Salzburger Dom war, komponierte Biber auch zahlreiche geistliche Werke. Seine Messen, so auch die Missa Sancti Henrici, legte er oft mehrchörig an und nutzte so den Raumklang des Domes, um ein umfassendes Klangerlebnis zu schaffen. Die verschiedenen Elemente seiner Musik sind bei Biber stets eng mit liturgischen Bedeutungen verbunden.
Foto (Hannes Angerer): Domchor beim Konzert am 23. November 2025